Parodontitis

Parodontitis - aus ganzheitlicher Sicht

Wenn bakterielle Plaque (Zahnbelag) dem Zahnfleisch entlang an den Zähnen haftet, entzündet sich das Zahnfleisch. Es kommt zu einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Bleibt diese Entzündung über längere Zeit bestehen, so kann sie unter gewissen Umständen auf den ganzen Zahnhalteapparat übergreifen. Die Bindegewebsfasern lösen sich von der Zahnwurzel, es bilden sich Zahnfleisch- und später auch Knochentaschen. Diesen Zustand nennt man Parodontitis. Eine unbehandelte Parodontitis kann mit der Zeit zum Zahnverlust führen.

Es ist Aufgabe der Dentalhygienikerin und des Zahnarztes, eine Gingivitis und Parodontitis rechtzeitig zu erkennen, womit die Möglichkeit besteht, diesen Krankheitsprozess aufzuhalten, falls der Patient aktiv mitarbeitet.

Die eigentlichen Ursachen der Parodontitis liegen jedoch nicht im lokalen Bereich sondern sind Ausdruck einer gestörten Selbstregulation. Neben der psychovegetativen Struktur der Persönlichkeit spielen vor allem Ernährungsfaktoren eine wichtige Rolle. Parodontitis ist oft die Folge einer Übereiweissung des Organismus durch zu hohen Fleischkonsum und zu wenig vitalstoffreiche Ernährung. Eine Ernährungsanalyse und -beratung ist in einem solchen Falle immer empfehlenswert auch wenn dies häufig nicht eingesehen wird. Die Lüscher-Farb-Diagnostik gibt zusätzliche Hinweise auf die psycho-vegetativen Hintergründe der Erkrankung.

 

Eine negative Rolle spielen auch Vergiftungen bei der Entwicklung einer Parodontitis. Amalgam und andere toxische Substanzen wie Zahnherde, Lösungsmittel aber auch technische Felder wie Elektrosmog u.a. sollten entfernt, vermieden und ausgeleitet werden. Eine ganz wichtige Rolle spielt diesbezüglich das Rauchen, das oftmals als Therapiehindernis im Zusammen hang mit einer Parodontalbehandlung wirkt. In einer ganzheitlichen Zahnarztpraxis werden solche Faktoren immer mitberücksichtigt.

 

Auch bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise spielt die Lokalbehandlung der Gingivitis und Parodontitis eine wesentliche Rolle. Alle krankhaften Stellen im Zahnfleisch und Zahnhalteapparat müssen professionell durch die Dentalhygienikerin und Prophylaxeassistentin mit feinen Instrumenten behandelt werden. Allenfalls können auch Ultraschall, Ozon und Rotlichtlaser zum Einsatz kommen. Ausschlaggebend ist die Durchführung einer zweckmässigen Mundhygiene, um ein Weiterschreiten der Erkrankung aufzuhalten. In fortgeschrittenen Fällen sind manchmal auch chirurgische Eingriffe notwendig, um die Situation zu verbessern. Je nach der Art der Parodontitis sind regelmässige Kontrollen mit professioneller Behandlung durch die Dentalhygienikerin nach zwei, drei, vier oder sechs Monaten sinnvoll. Dazu wird ein Recallsystem (Terminvereinbarung) zur Erinnerung des Patienten eingerichtet.

 

Je nach Situation und Persönlichkeit des Patienten ist der Einsatz von Phytotherapie, Schüsslersalze, Homöopathie, Spagyrik und anderer Methoden eine sinnvolle Ergänzung der lokalen Parodontaltherapie. Wenn die Resonanz stimmt, ist es sinnvoll, mit andern Therapeuten zusammenzuarbeiten. Dabei darf aber nicht der Faktor, ob eine Behandlung durch die Krankenkasse bezahlt wird, den Ausschlag geben. Grundlegend bei einer Parodontalbehandlung ist, dass der Patient als ganzes erfasst und eine Therapie durchgeführt wird, die der tatsächlichen Situation entspricht.

 

Unser "Gesundheitssystem" wird leider von einer symptombezogenen und materiellen Denkweise dominiert, was oft einer echten Gesundung entgegenwirkt. Übrigens: Wer das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat gesund erhält, bewirkt wesentliches für seine allgemeine Gesundheit. Denn Zusammenhänge zwischen Infektionen im Mundgebiet und Herz-Kreislauferkrankungen sind nachgewiesen.