Spezialgebiet

Ganzheitliche Zahnheilkunde - ein Spezialgebiet der Zahnmedizin?

Ganzheitliche Zahnheilkunde ist nicht alternative Zahnmedizin. Ganzheitlich bedeutet, dass der Mensch als Ganzes mit Körper, Seele und Geist sowohl in der Diagnose als auch im Heilungsprozess einbezogen wird. Die konventionelle Schulzahnmedizin befasst sich mit der Gesundheit und Krankheit des Kauapparates, der die Zähne, den Zahnhalteapparat sowie weitere Strukturen der Mundhöhle inklusive das Kiefergelenk umfasst. Im allgemeinen werden die einzelnen Teile für sich alleine betrachtet, ohne andere Ebenen des Menschseins miteinzubeziehen. Erst in jüngster Zeit erkennt man auch in der Schulzahnmedizin, dass die Mundhöhle mit dem ganzen Menschen zusammenhängt und nicht einfach eine Schublade in einem Möbelstück ist. Als Ergänzung zur Schulzahnmedizin werden in der Ganzheitlichen Zahnheilkunde komplementärmedizinische Betrachtungsweisen und Methoden eingesetzt, um das zu beleuchten. Es gibt unzählige Hinweise, dass z.B. Amalgam und andere Zahnmaterialien sowie Infektionen im Kieferbereich als Störfelder wirken können, was über verschiedene Wege Schädigungen am ganzen Körper verursachen kann. Um solche Zusammenhänge herauszufinden, genügen quantitative schulmedizinische Untersuchungsmethoden nicht. Es braucht dazu noch subjektive sensitive Tests, die normalerweise in der Zahnmedizin nicht angewendet werden. Um als ganzheitlicher Zahnarzt arbeiten zu können, braucht es vorerst einmal ein mit dem Staatsexamen abgeschlossenes Zahnmedizinstudium. Zusätzlich bedarf es einer Zusatzausbildung in komplementärmedizinischen Fächern, die mit dem Zertifikat in Ganzheitlicher Zahnmedizin SGZM zum Abschluss kommt. Ein ganzheitlicher Zahnarzt, der sich dauernd weiterbildet und seine Feinfühligkeit trainiert, ist fähig, eine Zahnmedizin zu betreiben, die zu echten Heilungen führen kann. Voraussetzungen dazu sind Wissen, Beherrschung von Testmethoden, Einfühlungsvermögen und eine gute Resonanz zwischen Patient und Therapeut. Diese Resonanz ist häufig nicht vorhanden, da viele Patienten die Komplementärmedizin nur dazu verwenden wollen, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Sie sind an der Realität gar nicht interessiert und erwarten billige "esoterische" Zerstreuungen, um in einer virtuellen Welt leben zu können. Ganzheitliche Zahnmedizin macht jedoch nur dann Sinn, wenn sie auch zum Wohl des Patienten umgesetzt werden kann. Da Ganzheitliche Zahnheilkunde nur von einem Ganzheitlichen Zahnarzt in einer aufgeschlossenen Zahnarztpraxis durchgeführt werden kann, müssen auch entsprechende zahnmedizinische Strukturen vorhanden sein. Deshalb kostet diese Behandlung etwas mehr als bei einem Heilpraktiker. Als Gegenleistung bekommt der Patient dann eine Behandlung, die auf seine Bedürfnisse und nicht nur auf seinen Mund abgestimmt ist. Aus diesen Gesichtspunkten heraus können manchmal aber auch Kosten gespart werden. Es ist nicht sinnvoll, Tests, die im Zusammenhang mit der Zahnmedizin stehen, bei einem Arzt oder Heilpraktiker, der die Zahnmedizin nicht kennt, durchführen zu lassen, auch wenn dies oftmals billiger ist. Auch kann der behandelnde Zahnarzt keine Verantwortung für eine Behandlung übernehmen, die von einer fachfremden Person verordnet wurde. Ausnahmen bestehen dort, wo Ärzte und Heilpraktiker mit einem Ganzheitlichen Zahnarzt eng zusammenarbeiten. Die meisten Leistungen der komplementären Zahnmedizin, die in der Zahnarztpraxis durchgeführt werden, werden von den Krankenversicherungen vorläufig nicht übernommen, weil diese die unterschiedlichen Strukturen der einzelnen Praxen nicht nachvollziehen können oder wollen. Die Krankenkassen denken kollektiv und haben kein Verständnis für Individualität. Ganzheitliche Zahnheilkunde ist aber individuell, denn eine kollektive Medizin funktioniert im Einzelfall nicht.

 

 


 

 

 

 

 

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